CharlySchweizer-Broschur-Lindau-Weltkrieg-TitelseiteEs ging nicht gut aus – für alle Beteiligten seinerzeit und auch für die, die unbeteiligt bleiben wollten. Und ein später, sehr später, aber hoffentlich doch nicht zu später Nachhall jenes „Weltkrieges“, in das eine tückische Allianz aus industrieller Gier und politisch-militärischer „Reichsideologie“ des 19. Jahrhunderts Europa und die Welt zog, war in Lindau die Errichtung eines Gedenksteins in der schmalen „Bazienstraße“ für jene Menschen, die dem Lindauer 20. Infanterieregiment am 25. 8. 1914 bei einem mörderischen Angriff und Massaker zum Opfer fielen.

Den Verlauf und die Auswirkung des Krieges im Hinblick auf die Verwicklung des Bodenseestädtchens Lindau darin nachzuzeichnen, hat sich der Lindauer Historiker, Antimilitarist und Pazifist Karl Schweizer zur Aufgabe gemacht – und alles mit hohem Gespür für die gelungene Vermittlung von Text und erstaunlichem Bildmaterial ins Werk gesetzt.

Die „Lindauer Hefte“ setzen mit der 2. Ausgabe die Reihe, begonnen mit „Jakobiner am Bodensee“ fort und setzen damit in der historisch-politischen Thematik einen Kontrapunkt. Im Zusammenhang wird so deutlich, wie so gegensätzliche historische Ereignishorizonte bis ins Innerste eines Gemeinwesens hineinwirken und schließlich immer in den Geschichten von Einzelnen, die zu entkommen, zu überleben suchen, münden und ihren einer modernen Geschichtsschreibung angemessenen Spiegel darstellen.

Karl Schweizer
Lindau und der I. Weltkrieg.
1914 – 1918.
Ein Überblick
100 Seiten.