Bregenz – KUB / “Märzoschnee und Wieborweh sand am Moargo niana me”

Im KUB zu Bregenz: Rosemarie Trockel: “Märzoschnee und Wieborweh sand am Moargo niena me”. Ausstellungsfotografie klingt trocken, inszeniert .. ist aber eine spannende “Reise des Auges”, die den ausgestellten, inszenierten Objekten im Foto eine weitere Ebene der Wahrnehmung und Beziehung hinzufügt: Sie fängt das ein, was zwischen Betrachter und Objekt stattfindet, stellt einen Zusammenhang her – auch zum Museumsraum, zu anderen, gerade auch den “nicht-künstlerischen” Gegenständen und Strukturen dort.

2015-01-25-DSC09703_edit-ucp-webDie Ausstellung von Trockel mit ihren unbenutzbaren Sitzmöbeln, den akkuraten Strickarbeiten und merkwürdig “bloßen” plastischen Organinstallationen erschließt sich nicht sofort .. aber allein die Frauenfigur im Obergeschoss, die auf die Eigenheiten des Vorarlberger/Wäldler-Lebens sich bezieht – und zugleich mit der schusssicheren Weste diese “Urtümlichkeiten” so ironisch wie irritierend “dekonstruiert” und kommentiert, beginnt – hat man sie erst einige Mal umkreist – einen Sog der wechselseitigen Kontextualisierungen mit den umgebenden Ausstellungsstücken zu entwickeln, der sowohl spontan-subjektiv als auch kühl kalkuliert wirkt. //