2017. Lindau / Spuren auf dem Eis
Wenn die Elemente und die Menschen in ungewohnter oder zumindest seltener Kombination aufeinander treffen, wie hier beim zugefrorenen Seebereich der Reutiner Bucht am Bodensee, dann ist das – in diesem Fall – für beide Seiten ‘spannend’: Die Eisdecke knirscht, die Menschen schreiben sich mit ihren Spuren in die Eisdecke ein.

Ist der See (auch nur teilweise) zugefroren, lockt es alle aufs Eis: Mensch und Tier, Alt und Jung, mit Fahrrad, Schlitten und Schlittschuhen oder auch nur “zu Fuß”, Familien, die die ungewohnte Erfahrung und neue Blicke aufs Ufer, aber auch Eilige, die die Abkürzung suchen.


2016. Athen / Schlafender Mann
Die so genannte “Street”-Fotografie steckt immer in einem Dilemma: Ist der Blick aufs ‘Objekt’ voyeuristisch? Woraus bezieht er seine Legitimität? Wie viel “Gestaltung” und ästhetische Überformung oder wie viel vermeintliche Unmittelbarkeit verträgt das Abbild?

Der Schlafende

In den Straßen von Athen liegt ein Mann in einem Hauseingang, schlafend, mit dünnem Tuch bedeckt und umgeben von den fetischartigen Darstellungen eines städtischen Lebens, das ihn jedoch nicht berührt, jedoch einen stummen Dialog eröffnet im Auge des Betrachters.


2015. Winter / Solitude
Die Fotografie lebt mehr vom gestalteten Eindruck als von der vermeintlich genauen oder realistischen Abbildung des Äußeren, die uns natürlich im engeren Sinne sowieso immer nur als etwas durch das Licht Vermitteltes ins Auge fällt.

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Der Blick auf Beiläufiges, Alltägliches, scheinbar Zufälliges – und die so oft genug genauso “beiläufig”, aber nie absichtslos entstehende Fotographie – erweist sich oft erst im Nachhinein, früher in der Dunkelkammer, heute im digitalen “Lightroom”, als der “richtige Moment”, der nicht nur ein “Objekt” einfängt, sondern dies im Ausgleich von konzentrierter Bedeutung und bedeutungslosem Selbstsein belässt.


2104. See mit Badenden
Fotografie ist Malen mit Licht. Insbesondere die “nicht farbintensive” Fotografie kann mit der Grenze zum “Graphischen” spielen.
lake in the evening

Die besondere, unaufgeregte und gelassene “Magie” des Sees einzufangen, kann entspannend, meditativ und zugleich sehr intensiv sein: so, wenn die nahezu gleichgültige Eleganz der Wasseroberfläche mit den Körpern der einzelnen Badenden und ihren Wünschen nach Erholung, Eintauchen und “Davongleiten” zusammentrifft.